FAQ's - Frequently asked questions (Häufig gestellte Fragen)

An dieser Stelle haben wir für Sie, die am häufigsten gestellten Fragen in Bezug auf Flüssiggas sowie die entsprechende Umrüstung zusammengestellt. Sollte Ihre Frage hier nicht beantwortet werden, so setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

>> Was ist Autogas?
>> Warum wird Autogas auch als Flüssiggas bezeichnet?
>> Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas?
>> Darf ich mit meinen Flüssiggasfahrzeug auch Erdgas tanken?
>> Welche Fahrzeuge können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?
>> Können auch Dieselfahrzeuge auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?
>> Können auch Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung nachgerüstet werden?
>> Wie viel kostet eine Nachrüstung?
>> Wie hoch ist die Ersparnis bei einer Autogasnachrüstung?
>> Wodurch ergibt sich in Deutschland die große Preisspanne bei Autogas?
>> Kann ich nach einer Autogas-Umrüstung trotzdem noch mit Benzin fahren?
>> Wo wird Autogas im Fahrzeug gespeichert?
>> Ist Autogas sicher?
>> Warum dürfen Autogastanks nur zu 80% gefüllt werden?
>> Darf ich mit meinem Autogasfahrzeug auch in der Tiefgarage parken?
>> Wird die Motorleistung im Flüssiggasbetrieb geringer?
>> Wie umweltschonend sind Autogasfahrzeuge?
>> Wie erkenne ich eine moderne Gasanlage?
>> Wie erklärt sich der Mehrverbrauch im Vergleich zum Benzinverbrauch?
>> Kann ich mein Fahrzeug selbst auf den Betrieb mit Autogas umrüsten?
>> Warum bieten die Fahrzeughersteller keine Autogasfahrzeuge ab Werk an?
>> Ist es möglich, in jedes benzinbetriebene Kraftfahrzeug eine Autogasanlage einzubauen?
>> Was bedeuten die Begriffe Bivalent/Monovalent?
>> Mit welcher Kraftstoffart wird die AU durchgeführt?
>> Hat man nach der Umrüstung des Fahrzeuges mit Leistungsverlusten oder Ähnlichem zu rechnen?
>> Wie wirkt sich der Einbau einer Autogasanlage auf die Kfz-Steuer aus?
>> In meinem Fahrzeug ist eine ungeregelte Gasanlage eingebaut! Ist es möglich, diese nachträglich in eine geregelte Anlage umzurüsten?
>> Auf dem Markt gibt es die verschiedensten Autogassysteme! Worin unterscheiden sich diese grundsätzlich?
>> Warum ist es meistens notwendig, nach dem Einbau der Autogasanlage, einen anderen Zündkerzentyp zu verwenden?
>> Welche zusätzlichen Wartungsarbeiten müssen nach dem Einbau einer Autogasanlage beachtet werden?
>> Warum muss bei Fahrzeugen mit einstellbarem Ventilspiel dieses häufiger überprüft werden?
>> Was ist eigentlich ein Backfire?
>> Ich möchte bei der Umrüstung meines Fahrzeuges auf LPG nicht auf den Kofferraum verzichten!
>> Ist es möglich 2 Gastanks in einem Fahrzeug unterzubringen, um damit eine höhere Reichweite zu erreichen?
>> Ist es nötig, bei größeren Gastanks Zusatzfedern einzubauen?
>> Können eigentlich auch Roller und Ähnliches auf Gasbetrieb umgerüstet werden?
>> Ist es möglich, Dieselfahrzeuge auf Gasbetrieb umzurüsten?




Was ist Autogas?
Autogas oder Flüssiggas sind Mischungen aus Propangas und Butangas. Autogas wird auch als LPG bezeichnet, was für "Liquified Petroleum Gas" steht. Flüssiggas fällt an als Koppelprodukt in der Raffinerie oder direkt am Bohrloch als sog. "nasses Begleitgas".

Warum wird Autogas auch als Flüssiggas bezeichnet?
Mischungen aus Propangas und Butangas können bereits bei niedrigen Drücken verflüssigt werden. Diese Eigenschaft ist dafür verantwortlich, dass im Gegensatz zu Erdgas große Energiemengen auf kleinem Raum in Fahrzeugen gespeichert werden können. Ein Flüssiggasfahrzeug hat deshalb bei gleicher Tankgröße eine mehr als dreifache Reichweite im Vergleich zum Erdgasfahrzeug.

Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas?
Erdgas ist Methangas und Flüssiggas sind Mischungen aus Propangas und Butangas. Erdgas wird im Fahrzeug unter einem Druck von 200 bar gasförmig gespeichert. Flüssiggas wird, wie der Name bereits zum Ausdruck bringt, in flüssiger Form im Fahrzeug gespeichert.
Flüssiggas ist vielen Leuten auch bekannt vom Campen (Campinggas ist ebenfalls Flüssiggas). Auch das Gas im Feuerzeug ist Flüssiggas.

Darf ich mit meinem Flüssiggasfahrzeug auch Erdgas tanken?
Nein, auf keinen Fall. Erdgas wird im Gegensatz zum Flüssiggas unter dem hohen Druck von 200 gespeichert. Der Druck im Autogastank beträgt hingegen lediglich ca. 8 bar. Autogastanks sind für die hohen Drücke nicht ausgelegt. Unterschiedliche Betankungsanschlüsse am Fahrzeug schließen Verwechselungen sicher aus.

Welche Fahrzeuge können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?
Theoretisch kann jedes Fahrzeug mit Benzinmotor (mit Ausnahme von Benzinmotoren mit Benzindirekteinspritzung) nachgerüstet werden. Die Variantenvielfalt ist allerdings bei neuen Fahrzeugen ab Modelljahr 2001 stark eingeschränkt, da die Nachrüstung dieser Fahrzeuge technisch aufwendig ist und nur wenige Gasanlagentypen zur Umrüstung dieser Fahrzeuge geeignet sind. Bitte fragen Sie uns, wir helfen Ihnen gern weiter.

Können auch Dieselfahrzeuge auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?
Es gibt eine Umrüstmöglichkeit auf den Diesel-Autogas Zweistoffbetrieb. Dabei wird ein Gas-Luftgemisch mit Hilfe des in den Brennraum eingespritzten Dieselkraftstoffs gezündet. Dieses Verfahren wurde bereits in den 20er Jahren entwickelt. Diese Technik ist zur Nachrüstung von dieselbetrieben Personenkraftwagen wirtschaftlich und ökologisch nicht sinnvoll.
Die Nachrüstung von dieselbetrieben leichten und schweren Nutzfahrzeugen wird wirtschaftlich interessant wenn der Dieselpreis mindestens um den Faktor 4 über dem Gaspreis liegt.

Können auch Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung nachgerüstet werden?
Nein. Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung (Mitsubishi GDI, Citroen HPI, Peugeot HPI, Renault IDE, Toyota GDI, Volvo GDI und VW FSI) können nicht auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden. Motoren mit Benzindirekteinspritzung sind Motoren mit innerer Gemischbildung. Das Benzin wird also direkt in den Brennraum eingebracht. Somit kann man im Brennraum ein inhomogenes Kraftstoff-Luftgemisch erzeugen und den Motor somit teilweise entdrosseln was zu einer Kraftstoffverbrauchsreduzierung führt.
Gasanlagen bringen das Gas in die Ansaugwege ein (äußere Gemischbildung). Mit der äußeren Gemischbildung werden immer homogene Kraftstoff-Luftgemische erzeugt. Die Umrüstung eines Motors mit Benzindirekteinspritzung ist somit technisch nicht sinnvoll. Die Nachrüstung von Benzindirekteinspritzmotoren ist immer mit hohen Verbrauchsnachteilen, schlechter Fahrbarkeit, schlechter Leerlaufqualität und hohen Abgasemissionen verbunden. Auch Schädigungen der Abgasreinigungsanlage können nicht ausgeschlossen werden.

Zurzeit wird aber intensiv an Systemen gearbeitet mit den zukünftig auch solche Motoren umgerüstet werden können.

Wie viel kostet eine Nachrüstung?
Die Kosten für eine Nachrüstung liegen zwischen 1650,- und 4000,- Euro. Dies ist abhängig von Motortyp (Zylinderanzahl, Baujahr, Motorleistung etc.) und Anordnung des Autogastanks. Eine technisch sinnvolle Umrüstung für Fahrzeuge ab Modelljahr 2001 kann in der Regel nicht unter Euro 2690,- angeboten werden. Billigumrüstungen für Neufahrzeuge sind qualitativ stark minderwertig, da eine veraltete Technik eingesetzt wird (Venturitechnik).

Wie hoch ist die Ersparnis bei einer Autogasnachrüstung?
Die Wirtschaftlichkeit einer Autogasnachrüstung ergibt sich im Wesentlichen aus den Nachrüstkosten, der Jahreslaufleistung und dem Kraftstoffverbrauch mit den damit verbundenen Treibstoffkosten. Der Preis für einen Liter Autogas liegt in Deutschland zwischen 0,45 €/Liter und 0,65 €/Liter. Aus dem geringerem volumetrischem Energieinhalt ergibt sich im Autogasbetrieb ein Mehrverbrauch von in der Regel bis zu 20 %. Manche Fahrer berichten auch von geringeren Mehrverbräuchen.

Jahreslaufleistung
(km) Benzinverbrauch
(l/100 km) Gasverbrauch
(l/100 km) Benzinpreis
(€/Liter) Gaspreis
(€/Liter)
20.000 9,5 11,4 1,10 0,50

Aus diesem Rechenbeispiel ergibt sich eine jährliche Kosteneinsparung von 950,- € .
Bei Umrüstkosten von 2.300,- € amortisiert sich die Gasanlage somit in 2,5 Jahren.

Wodurch ergibt sich in Deutschland die hohe Preisspanne bei Autogas?
Es ist auffällig, dass in Deutschland (im Gegensatz zum europäischen Ausland) die Preisspanne für Autogas sehr hoch ist. Die Ursachen hierfür sind in der Infrastruktur und in der Verteilerstruktur zu finden. Es gibt einerseits Tankstellen in privater Hand bei Umrüstbetrieben, die Autogas unter dem Selbstkostenpreis anbieten um Umrüstungen anzuziehen und andererseits gibt es Tankstellen die gezielt auf den Durchreiseverkehr abzielen und Autogas zu weit überhöhten Preisen anbieten. Ein fairer Preis, der die zuverlässige Versorgung zu einem stabilen Preis über das gesamte Jahr gewährleisten kann, liegt in Deutschland bei ca. 0,55 €. Damit liegt der Preis übrigens auf dem Niveau von Italien.

Kann ich nach einer Autogas-Umrüstung trotzdem noch mit Benzin fahren?
Ja. Umrüstungen auf Autogas sind in aller Regel "bivalent". Das bedeutet, der Benzintank und die Reichweite im Benzinbetrieb bleiben unverändert. Die Autogasanlage wird zusätzlich eingebaut. Mit Hilfe eines Kraftstoffwahlschalters in der Armaturentafel kann jederzeit von einem Kraftstoff auf den Andern umgeschaltet werden. Sollte Ihnen einmal ausnahmsweise keine Autogastankstelle zur Verfügung stehen, können Sie Ihre Fahrt jederzeit im Benzinbetrieb fortsetzen.

Wo wird Autogas im Fahrzeug gespeichert?
Autogas wird in speziellen Tanks im Fahrzeug gespeichert. Diese werden entweder in der Reserveradmulde untergebracht (Ersatzrad entfällt hierbei) oder in zylindrischen Behältern die Idealerweise hinter der Rücksitzbank im Kofferraum montiert werden.
In Ausnahmefällen sind auch Sonderlösungen (z.B. integriert im Fahrzeugboden) möglich.

Ist Autogas sicher?
Autogas ist tendenziell sicherer als herkömmliche Flüssigkraftstoffe wie Diesel oder Benzin. Die Tanks zur Speicherung von Autogas sind sehr viel stabiler als diejenigen zur Speicherung von herkömmlichen Treibstoffen und sind zudem mit Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckventil und 80% Füllstop versehen.
Das Entnahmeventil am Autogastank wird automatisch geschlossen wenn der Motor steht, oder auch wenn das Fahrzeug im Benzinbetrieb bewegt wird.

Warum dürfen Autogastanks nur zu 80% gefüllt werden?
Der Autogastank benötigt immer ein Gaspolster um die Ausdehnung des flüssigen Autogases bei Temperaturschwankungen zu ermöglichen. Die automatische Füllstandsregelung beendet den Tankvorgang selbsttätig, wenn die 80% (maximaler Füllstand) erreicht sind. Manipulationen an der Füllstandsregelung sind gefährlich und können zu ungewolltem Gasaustritt führen.

Darf ich mit meinem Autogasfahrzeug auch in der Tiefgarage parken?
Ja. Das Verbot des Abstellens von Autogasfahrzeugen in Tiefgaragen wurde bereits im Jahre 1988 mit der Mustergaragenverordnung aufgehoben und in fast allen Bundesländern in Landesrecht umgesetzt. Einschränkungen gibt es lediglich in Berlin, Bremen und Saarland.

Wird die Motorleistung im Flüssiggasbetrieb geringer?
Die Motorleistung verringert sich nur unwesentlich. In der Regel kann kein Unterschied festgestellt werden. Die Leistungseinbußen liegen bei einer modernen Gasanlage in der Größenordnung von 1 bis 3%. Im Erdgasbetrieb hingegen müssen mit Leistungseinbußen zwischen 10% und 20% gerechnet werden. Dies liegt hauptsächlich begründet im geringeren Gemischheizwert des Kraftstoffes Erdgas.

Wie umweltschonend sind Autogasfahrzeuge?
Autogas bietet ein erhebliches Potential zur Reduzierung der Luftschadstoffe und der Treibhausgase. Nach einer neutralen Studie des schweizerischen Umweltamtes BUVAL wird den Gaskraftstoffen (Erdgas und Autogas) ein sehr gutes Ökoprofil bescheinigt.
Natürlich kann das gesamte Potential bei der Nachrüstung nicht immer ausgeschöpft werden. Moderne Gasanlagen sind aber durchaus in der Lage die EURO4 Grenzwerte deutlich zu unterschreiten bei gleichzeitiger Reduzierung der Triebhausgase.

Wie erkenne ich eine moderne Gasanlage?
Moderne Gasanlagen arbeiten wie moderne Benzineinspritzsysteme. Das Gas wird zylinderindividuell dosiert mittels Einblaseventilen (sequentielle Gaseinblasung oder Einspritzung). Anlagen mit zentraler Gasdosierung (Venturisysteme) sind nicht geeignet zur Umrüstung von modernen Benzinmotoren.

Wie erklärt sich der Mehrverbrauch im Vergleich zum Benzinverbrauch?
Grundsätzlich muss mit einem volumetrischen Mehrverbrauch von 15 % bis 20 % gerechnet werden. Dies hängt damit zusammen dass der Energieinhalt von Autogas bezogen auf das Volumen ca. 25 % unter dem von Benzin liegt. Der Mehrverbrauch ist also kein Energiemehrverbrauch. Ganz im Gegenteil. Messungen zeigen ,dass der spezifische Energieverbrauch bei Autogasfahrzeug sogar etwas unter dem vom Benzinfahrzeug liegt. Dies setzt natürlich den Einsatz einer modernen und gut funktionierenden Autogasanlage voraus.
Mit zunehmendem Butananteil im Autogas (man redet dabei auch von Gemischen) sinkt der volumetrische Mehrverbrauch etwas. Dies liegt darin begründet, dass der Energieinhalt von Butan im Vergleich zum Propan etwas höher ist. Bei gleichem Preis an der Tankstelle bekommen Sie also wenn Sie Gemisch tanken mehr Energie fürs Geld.
Die sinnvolle Grenze für Butanbeimischung liegt bei ca. 50%. Der höheren Energiedichte von Butan steht geringere Klopffestigkeit und geringerer Dampfdruck bei tieferen Temperaturen entgegen.

Kann ich mein Fahrzeug selbst auf den Betrieb mit Autogas umrüsten?
Nein. Auf keinen Fall. Die Fahrzeugnachrüstung gehört ausschließlich in die Hand des Autogasfachbetriebs. Nur diese Betriebe sind sachkundig, ausreichend geschult und technisch versiert um Autogasanlagen nachzurüsten.

Warum bieten die Fahrzeughersteller keine Autogasfahrzeuge ab Werk an?
In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Holland oder England werden durchaus einige Fahrzeugmodell mit bivalentem Autogasantrieb ab Werk angeboten. In diesen Ländern ist Autogas seit vielen Jahren stark verbreitet.
Ein Import dieser Fahrzeuge nach Deutschland ist grundsätzlich möglich. Jedoch sollte im Vorfeld geklärt werden, inwieweit die jeweiligen Vertragswerkstätten die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Autogasanlage durchführen können.

Ist es möglich, in jedes benzinbetriebene Kraftfahrzeug eine Autogasanlage einzubauen?
Prinzipiell ja, allerdings gibt es nicht nur technische Hindernisse, wie z.b. Benzindirekteinspritzer-Motoren sondern auch "Bürokratische". Für jedes umgerüstete Fahrzeug wird ein Abgasgutachten (Mustergutsachten) benötigt! In diesem wird bestätigt, welche Abgasnorm erreicht wird. Da solch ein Gutachten sehr aufwändig ist, sind nicht alle Fahrzeuge zur Umrüstung geeignet. Gerade seltene Fahrzeugtypen (Motortypen) fallen dadurch weg.

Was bedeuten die Begriffe Bivalent/Monovalent?
Bivalent: Das umgerüstete Fahrzeug kann wahlweise auf Benzin oder Gas betrieben werden. Es kann auch problemlos während der Fahrt von Benzin- auf Gasbetrieb und umgekehrt geschaltet werden. Dies ist die häufigste Einbauform.

Monovalent: Das umgerüstete Fahrzeug kann nur auf Gas betrieben werden. Dies ist bei Fahrzeugen sinnvoll, bei denen auf Gas eine bessere Abgasnorm erreicht wird, da dies steuerliche Vorteile mit sich bringt! Diese Form wird häufig bei Neufahrzeugen gewählt.

Mein Fahrzeug ist auf den Bivalenten Autogasantrieb umgerüstet! Mit welcher Kraftstoffart wird die AU durchgeführt?
Bei einem Kraftfahrzeug mit Bivalentem Autogas/Benzinantrieb muss die AU weiterhin auf Benzin erfolgen.

Hat man nach der Umrüstung des Fahrzeuges mit Leistungsverlusten oder ähnlichem zu rechnen?
Bei Fahrzeuge die nach dem Venturi-Prinzip umgerüstet wurden, kommt es durch die technisch bedingte Verengung im Ansaugrohr in der Regel zu einem Leistungsverlust von ca. 10-15 %. Dies macht sich meistens in der Endgeschwindigkeit bemerkbar!

Bei den heutigen Gaseinspritzanlagen gibt es diese Verengung nicht, da die zusätzlich benötigten Einspritzdüsen von außen in die Ansaugbrücke geschraubt werden. Dadurch ist bei diesen Anlagen ein Leistungsverlust kaum zu bemerken (<5%).

Wie wirkt sich der Einbau einer Autogasanlage auf die Kfz-Steuer aus?
Da die Kfz-Steuer in Deutschland unter anderem auch nach den Abgasemissionen bemessen wird, bleibt diese üblicherweise gleich. Voraussetzung dafür ist, dass die nachgerüstete Autogasanlage über ein entsprechendes Gutachten verfügt, welches das gleiche Abgasverhalten wie auf Benzin bestätigt. Wird im Gutachten der Autogasanlage ein schlechteres Abgasverhalten bestätigt, so ändert sich der Kfz-Steuersatz dementsprechend. Daher ist es wichtig sich bei dem jeweiligen Umrüster über eine evtl. Änderung der Kfz-Steuer schon vorab zu informieren.

In meinem Fahrzeug ist eine ungeregelte Gasanlage eingebaut! Ist es möglich, diese nachträglich in eine geregelte Anlage umzurüsten?
Wenn das Fahrzeug über einen geregelten 3-Wege-Katalysator verfügt, ist dies problemlos möglich! Es müssen lediglich ein neues Gassteuergerät mit Gasmengenregelung und evtl. ein neuer Verdampfer (je nach System) nachgerüstet werden.
Sollte das Fahrzeug keinen G-Kat haben, so kann man auch dieses in den meisten Fahrzeugen problemlos nachrüsten. Es muss dazu ein geregelter 3-Wege-Kat mit Lambdasonde und Steuereinheit nachgerüstet werden.
Eine Umrüstung ist aus steuerlichen Gründen (günstigere Kfz-Steuer) sinnvoll. Des Weiteren kommt dies auch unserer Umwelt zugute.

Auf dem Markt gibt es die verschiedensten Autogassysteme! Worin unterscheiden sich diese grundsätzlich?

Grundsätzlich kann man unter vier Autogas-Systemen unterscheiden!

Venturi-Prinzip
Diese Anlage arbeitet (wie es der Name schon sagt) nach dem Venturi-Prinzip (Vergaser-Prinzip). Im Ansaugtrakt wird vor der Drosselklappe ein Mischer eingebaut. Durch den Luftstrom wird am Mischer ein Unterdruck erzeugt. Das Gas wird von der vorbeiströmenden Luft mitgerissen. Diese Technik sollte allerdings in den heutigen Modernen Kraftfahrzeugmotoren nicht mehr angewandt werden!

Kontinuierliche Gaseinspritzung
Bei diesem System werden Gaseinspritzdüsen vor den einzelnen Einlassventilen montiert. Hierüber wird das Gas mit einem bestimmten Druck kontinuierlich in den Ansaugtrakt gespritzt. Über eine elektronisch gesteuerte Gasmengenregelung wird dem Motor die jeweils benötigte Gasmenge zugeführt.

Sequentielle Gaseinspritzung
Hierbei werden elektronisch geregelte Einspritzdüsen vor den Einlassventilen montiert. An den Gaseinspritzdüsen liegt das Gas mit einem bestimmten Druck an. Die Düsen werden vom Gassteuergerät angetaktet. Über die Einspritzdauer wird die jeweils benötigte Gasmenge geregelt.

Sequentielle Flüssiggaseinspritzung
Dieses System unterscheidet sich grundlegend von den anderen, da hierbei kein Verdampfer benötigt wird! An den elektronisch gesteuerten Einspritzdüsen liegt das Gas in flüssiger Form an. Der Verdampfungsvorgang findet erst im Verbrennungsraum statt. Eindeutiger Vorteil bei diesem System ist die bessere Innenkühlung des Motors und der im Motorraum (durch den Wegfall des Verdampfers) geringere Aufwand beim Einbau.

Warum ist es meistens notwendig, nach dem Einbau der Autogasanlage, einen anderen Zündkerzentyp zu verwenden?
Gerade bei Fahrzeugen mit Venturi-Anlagen ist es notwendig, eine hohe Zündsicherheit zu erreichen, da es bei Zündaussetzern zu einer Rückzündung (Backfire) im Ansaugtrakt kommen kann!
Daher sollten möglichst immer einpolige Zündkerzen mit einem sehr geringen Kontaktabstand (<0,8mm) verwendet werden. Dies erhöht bei einem gasbetriebenem Fahrzeug wesentlich die Zündsicherheit.

Welche zusätzlichen Wartungsarbeiten müssen nach dem Einbau einer Autogasanlage beachtet werden?
Eine Autogasanlage ist sehr wartungsfreundlich. Trotzdem gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten.

Einmal im Jahr sollte eine Dichtigkeitsprüfung am Fahrzeug vorgenommen werden. Dadurch können evtl. Undichtigkeiten frühzeitig erkannt werden. Bei dieser Prüfung werden alle Anschlüsse und der Verdampfer auf Undichtigkeiten überprüft. Bei vielen Einbaubetrieben wird dies automatisch bei jeder Inspektion kostenlos mit überprüft. Gleichzeitig sollte die Einstellung der Gasanlage überprüft werden.

Die Wechselintervalle der Zündkerzen sollten bei 15.000 km - 25.000 km liegen (je nach eingebautem Autogassystem). Dabei sollten möglichst nur 1-polige Kerzen verwendet werden.

Am Gastank muss im 10 Jahres-Intervall eine Druckprüfung vorgenommen werden. Dazu ist es notwendig den Gastank auszubauen. Diese Prüfung wird in der Regel bei den jeweiligen Einbaubetrieben vom TÜV vorgenommen und kostet ca. 120,- €.

Warum muss bei Fahrzeugen mit einstellbarem Ventilspiel dieses häufiger überprüft werden?
Die Verbrennungstemperatur ist bei Gasbetrieb höher als im Benzinbetrieb. Für die heutige moderne Motorengeneration ist dies in der Regel kein Problem. Jedoch muss bei Fahrzeugen mit einstellbarem Ventilspiel, bedingt durch die höhere thermische Belastung, vor allem die Auslassventile regelmäßig (bei jeder Inspektion) kontrolliert und evtl. eingestellt werden.

Was ist ein Backfire?
Als Backfire wird eine Rückverbrennung in den Ansaugtrakt bezeichnet. Zu diesem Problem kann es bei Venturi-Anlagen kommen, da bei diesem System der komplette Ansaugtrakt beginnend vom Mischer ständig mit Gas gefüllt ist. Hauptursache für einen Backfire sind Fehler im Zündsystem.

Bei den heutigen meistens verwendeten Gaseinspritzsystemen besteht dieses Problem nicht mehr, da die benötigte Gasmenge unmittelbar vor den Einlassventilen zugeführt wird.

Ich möchte bei der Umrüstung meines Fahrzeuges auf LPG nicht auf den Kofferraum verzichten! Gibt es da auch andere Möglichkeiten?
Die meisten Hersteller bieten auch Unterflur- und/oder Reserveradtanks an. Hierbei liegt die Tankgröße je nach Fahrzeug bei ca. 45-75 Liter. Als Ersatz für das Reserverad wird dann der bekannte Reifenpilot aus der Flasche mitgeführt.

Diese Form des Tankeinbaus wird immer beliebter, wobei solche Tanks meist etwas teurer sind.

Ist es möglich 2 Gastanks in einem Fahrzeug unterzubringen, um damit eine höhere Reichweite zu erreichen?
Dies ist grundsätzlich problemlos möglich. Wobei hier meist die Kombination eines normalen Gastanks mit einem Reserveradmuldentank gewählt wird.
Der Einbau von 2 Gastanks ist besonders für Vielfahrer eine Überlegung wert.

Ist es nötig, bei größeren Gastanks Zusatzfedern einzubauen?
Je nach Fahrzeugtyp kann es notwendig sein, Zusatzfedern in der Hinterradaufhängung einzubauen, um das durch den Gastank höhere Gewicht abzufangen. Zusatzfedern werden meist bei Fahrzeugen mit 2 oder mehr Gastanks eingebaut. Ob für das jeweilige Fahrzeug Zusatzfedern notwendig sind, sollte am besten bei dem jeweiligen Einbaubetrieb erfragt werden!

Können eigentlich auch Roller und ähnliches auf Gasbetrieb umgerüstet werden?
Es können problemlos auch kleine Motoren auf Gas umgerüstet werden. Es gibt schon einige Einbaubetriebe die sich auf solche Motoren spezialisiert haben. Diese Möglichkeit wird aufgrund der besseren Abgaswerte häufig für Hallen-Karts genutzt.

Ist es möglich, Dieselfahrzeuge auf Gasbetrieb umzurüsten?
Technisch gesehen ist dies möglich. Es gibt zwei Varianten um dies zu realisieren.
Zum einen kann mit einem Diesel/Gas-Gemisch gefahren werden. Da es sich bei Dieselmotoren um einen Selbstzünder handelt, wird der Diesel als Zündhilfe benötigt.
Zum anderen ist es möglich, nachträglich eine Fremdzündung einzubauen.
Da beide Möglichkeiten mit einem sehr hohen technischen Aufwand verbunden sind, ist eine Umrüstung von Dieselfahrzeugen meist schlicht zu teuer.


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